Die therapeutische Gemeinschaft nimmt junge Erwachsene in Lebensschwierigkeiten auf um ihnen die Möglichkeit zu geben, im Rahmen einer familienähnlich strukturierten geschützten Wohn- und Lebenssituation wieder mit sich selbst und ihrer Umwelt zurecht zu kommen. Zielsetzung der Arbeit ist, dass jeder Gast dazu befähigt wird für sein persönliches Leben Sinn und Perspektiven zu entdecken, eine Beschäftigung auf- oder wiederaufzunehmen und schließlich selbständig und eigenständig zu leben. Das Therapiekonzept ist so aufgebaut, dass die dafür benötigten Fähigkeiten wie Beziehungsf√§higkeit, Arbeitsfähigkeit, Frustrationstoleranz und Genussf√§higkeit tagtäglich eingeübt werden.

Die jungen Menschen werden bei uns bewusst "Gäste" und nicht "Patienten" genannt, weil sie nicht nur in ihren kranken Persönlichkeitsanteilen angesprochen werden sollen, sondern uns die Wahrnehmung, Stärkung und Förderung ihrer gesunden Anteile ebenso wichtig ist.

Gemäß der "Rahmenleistungsvereinbarung von Übergangseinrichtungen für psychisch Behinderte und von einer Behinderung bedrohte Menschen" gilt unser therapeutisches Angebot jungen Menschen zwischen 17 und 30 Jahren, die an folgenden psychischen, psychosomatischen und psychosozialen Störungen und Behinderungen leiden:

- Psychosen (nach akuter Phase)
- Persönlichkeitsstörungen, u.a. Borderline-Typus
- Doppeldiagnosen
   (Suchtprobleme in Verbindung mit Psychosen bzw. Persönlichkeitsstörungen)
- Essstörungen (Anorexie, Bulimie, Fettsucht)
- Posttraumatischen Belastungsstörungen
   (Menschen mit körperlicher und sexueller Gewalterfahrung)

Als Hinweis für psychiatrisches Fachpersonal handelt es sich im Einzelnen um Gäste, die diagnostisch nach ICD 10 unter Störungen der Kategorien F2 bis F6 einzustufen sind.

In der Regel kommen unsere Gäste nach einem psychiatrischen Krankenhausaufenthalt oder durch eine andere vorbetreuende Stelle (Beratungsstellen, Bewährungshelfer, gerichtlich bestellte Betreuer, Seelsorger, Laienhelfer usw.) zu uns. Als stationäre komplementäre Einrichtung verstehen wir uns als Bindeglied zwischen Klinikbehandlung und ambulanter Therapie.

Die Behandlungsdauer beträgt durchschnittlich 12-24 Monate, kann aber in begründeten Ausnahmefällen auch darüber hinaus verlängert werden.